Angereist sind wir mit dem Auto, zur Burg Ebersberg bei Stuttgart, das Gebäude liegt auf Berg mit weitem Blick ins Tal und zwei mittelalterlichen Türmen in der Burgmauer, mit noch weiterem Blick. Die Sonne hat uns nicht verlassen, so dass ohne Probleme im Hof gespielt werden konnte, aber auch drinnen waren ausreichend Räumlichkeiten vorhanden. Zur Begrüßung gab’s außerdem eine schicke Tasche mit der obligatorischen Nexustasse (und dem Nexus Anmeldeformular, das ich jetzt wohl doch mal ausfüllen werde). Das Essen war super, leider konnte ich mein selbst mitgebrachtes Junkfood nicht unter die Leute bringen, da alle einfach immer satt waren. Und immer wenn ich dachte ich könnte jetzt unauffällig ’ne Packung Kekse auf dem Tisch platzieren hat einer von den Orgapersönchen da schon eine Tüte Chips aus dem Con-Lager hingesetzt. Das Spielrundenangebot war in meinen Augen mehr als ausreichend. Ich hab das erste mal in meinem jungen Leben D&D gespielt, sogar mit richtig Dungeon und Zombiehorde. Dann bin ich recht klassisch weiter zu Star Wars gezogen. Die anderen Tage habe ich einmal Universalis, ein Spiel in dem alle spielleitern und spielen, angetestet und eine völlig freie Runde, ohne all den Regelschnickschnack. Das Setting des völlig freien Spiels war folgendes: Wir Sind Traumreisende aus verschiedensten (frei wählbaren) Welten und wurden von einem Führer (dem Initiatior der Runde, Michael Duismann) zusammengerufen, um uns einer diffusen, noch nicht näher beschriebenen Bedrohung zu stellen. Als erste sind wir auf dem nächtlichen Hauptturm der Burg gegangen (in real) von wo aus das gesamte nächtliche Tal einsehbar war. Duisi trat jetzt als König Oberon auf, der sein Reich verliert. Nach einander stiegen wir anderen Spieler aktiv in die Geschichte ein und sponnen ein Konstrukt um Shakespeare, Oberons Tochter und eine Heirat, die das Feenreich retten könnte. Von hier aus kehrten wir in unseren Rollen bleibend in die Burg zurück. Dort (er-)fanden wir heraus, dass wir Schlüssel aus verschiedenen Welten brauchen um die Bedrohung abzuwenden. Immer ein anderer Spieler übernahm die Rolle des Führers, der die kommende Szene den anderen eröffnete und den Ortswechsel in real durchführte. Somit waren wir in Alexandria, als die große Bibliothek abbrannte; in einer verschwörungstheoretischen Zwischenwelt, in der Algorithmen und der Dollar regierten; einem düsteren Wald, in dem Insekten Erinnerungen stahlen; und bei Mephistopheles, der mittlerweile seit Jahrhunderten vergeblich versuchte Faust rumzukriegen. Abschließend hat es uns zum Little Big Horn verschlagen, kurz bevor das berüchtigte Massaker statt fand, dort hat uns ein Schamane geholfen die Geschichte zu beschließen und zurück auf Burg Ebersberg bei Stuttgart zu gelangen. Das ganze war sehr schön, neu, spannend und auch kräftezehrend. Gerne wieder. So jetzt ist irgendwie aus dem Conbericht eine Rundenbeschreibung geworden. Ich bin sicher das die Wolke auch ohne dies freie Spiel schön gewesen wäre, aber missen möchte ich es nicht. Im Rahmenprogramm der Wolke gab es noch eine Feuershow, die mich sehr beeindruckt hat, auch wenn die beiden Artisten sich alle Mühe gaben ihre Leistung runterzumachen (ein Zug, den ich von mir selbst leider nur allzu gut kenne). Und wenn ich nicht völlig falsch liege waren auch die anderen Zuschauer schwer begeistert. Außerdem gab es einen Erzählwettbewerb an dem ich teilgenommen wurde (hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht) und bestimmt noch einiges, das ich jetzt vergessen habe. Also an alle unter den Lesern die selbst da waren: Bitte nicht meckern, selber schreiben.

So irgend möglich werde ich bei der Wolke 2 dabei sein. Hier noch mal riesen Dank an alle die mitgeholfen haben mir und allen anderen diesen super Con zu ermöglichen.